Lokalmatadoren leider am Cut gescheitert – Kaymer in Lauerstellung
Martin Kaymer

Lokalmatadoren leider am Cut gescheitert – Kaymer in Lauerstellung

BMW International Open 24.-27. Juni 2021 im GC München Eichenried

Die Hoffnungen der Eichenrieder Fans zerstoben ausgerechnet am Lieblingsloch von Thomas Rosenmüller, der 18: Bis zur 17 hatte sich der von Coach Ken Williams als Caddy begleitete „Rosie“ auf –3 gekämpft. An der 18 hätte er auch nach seinem unglücklichen Wasserschlag das Par retten können. Aber ein Pitch ins Vorgrün statt aufs Grün und ein vergebener Putt besiegelten das Doppelbogey und damit das Turnier-Aus. Bitter. Der Cut lag bei -2.

Der zweite Lokalmatador Stephan Jäger lag da schon längst abgeschlagen und beendete das Turnier enttäuschend mit +8. Am Wochenende ebenfalls nicht mehr als Spieler dabei sind Europas Ryder-Cup-Kapitän Pádraig Harrington (IRL) sowie die Deutschen Alex Cejka, Max Kieffer – an seinem 31. Geburtstag –, Bernd Ritthammer, Benedict Staben und Max Schmitt. Sebastian Heisele musste verletzungsbedingt aufgeben. Titelverteidiger Andrea Pavan (ITA) wurde disqualifiziert, nachdem er eine Scorekarte mit einem zu niedrigen Ergebnis unterschrieben hatte.

Den Cut geschafft haben locker Martin Kaymer und der Oberpfälzer Amateur Matthias Schmid, beide -7 und damit auf dem aussichtsreichen Platz 9. Auch die Deutschen Nicolai von Dellingshausen, Marcel Schneider, Philipp Mejow und Freddy Schott, (alle -2, T57) gehören zu den deutschen Spielern, die am Wochenende noch zu erleben sind.

Der Ire Niall Kearney führt mit -11 das Leaderboard an, gefolgt vom sympathischen Norweger Viktor Hovland und dem Österreicher Bernd Wiesberger, beide mit -9 auf Platz 2. Der Südafrikaner Louis Oosthuizen liegt wie Kaymer mit -7 nach zwei guten Runden in Lauerstellung.

„Die Grüns sind richtig gut“ – „Dieser Golfplatz ist fantastisch“

Hovland ist nach Runden von 68 und 67 Schlägen einer der ersten Verfolger von Spitzenreiter Kearney und fühlt sich bei seiner ersten BMW International Open sichtlich wohl. „Der Platz ist immer noch feucht, aber er hält großartig. Selbst am Nachmittag sind die Grüns richtig gut, man kann viele Putts lochen – und dies ist mir heute gelungen. Ich muss am Wochenende eigentlich einfach genauso weiterspielen wie bisher.“

Die Halbzeitführung hat der 33-jährige Niall Kearney (-11) inne, der nach einer furiosen 65er Auftaktrunde heute 68 Schläge benötigte und die Woche in Eichenried genießt. „Dieser Golfplatz ist fantastisch, er gefällt mir optisch sehr gut, besonders die Alleen und man muss sehr präzise abschlagen. Mir macht das hier wirklich viel Freude.”

Kaymer erwischte einen Traumstart in seine zweite Runde und lag nach neun Löchern bei 5 unter Par für den Tag. Auf der Back Nine musste er drei Bogeys notieren, konterte aber jedes Mal mit einem Birdie auf der folgenden Spielbahn. Der 36-jährige hat in dieser Woche seinen Trainer Günter Kessler an der Seite und sagte: „Mein Trainer hat mir in dieser Woche bestimmt vier oder fünf Schläge gebracht. Ich habe viele gute Abschläge gemacht, da hat es in den letzten Wochen gehakt. Wir haben viel trainiert auf der Driving Range. Dadurch habe ich viele Fairways treffen und einige Par-4-Löcher mit dem ersten Schlag erreichen können.“

In Louis Oosthuizen hat sich ein weiterer Hochkaräter vor dem Wochenende in Position gebracht. Der Südafrikaner, der am vergangenen Sonntag bei der US Open denkbar knapp seinen zweiten Major-Sieg verpasst hatte, spielte am Freitag eine 67er Runde und führte seine Leistungssteigerung gegenüber gestern (70) vor allem darauf zurück, dass er den Jetlag überwunden habe.

Mit demselben Score wie die beiden Major-Sieger geht der einzige Amateur im Spielerfeld, Matthias Schmid, ins Wochenende: „Ich bin in einer guten Position und nicht weit weg von der Spitze. Der Blick geht am Wochenende nach oben. Ich muss ja nicht den 20. Platz verteidigen, denn Geld bekomme ich ohnehin nicht. Man tritt an, um zu gewinnen.“

Trotz des geteilten zweiten Rangs war Wiesberger nicht ganz zufrieden: „Der Score ist okay. Ich hätte aber gestern in der Mitte der Runde und heute am Ende ein paar Schläge sparen können, das war unnötig. Ich hatte zwar alles unter Kontrolle, aber noch nicht das Gefühl, dass ich am Maximum spiele.“