Aktuelle Witterungsbedingungen fördern Rasenkrankheiten

Eine Information des Greenkeeper Verband Deutschland e.V.

Die Witterungsextreme nehmen zu. Nach anhaltender Trockenheit im zeitigen Frühjahr und einer Phase mit hohen Temperaturen, die vor allem die Poa annua schwächte, herrscht nun unbeständiges Wetter. Hoch- und Tiefdrucksysteme im Hochsommer, in schnellem Wechsel, bedingen eine hohe Luftfeuchtigkeit. Das Foto stammt aus der letzten Woche, Mitte August!

Hohe Luftfeuchtigkeit = Hoher Krankheitsdruck

Seit Wochen herrschen ideale Bedingungen für Krankheiten, wie Blattflecken, Rhizoctonia, Anthracnose und sogar schon Schneeschimmel. Im Moment ist es auf den meisten Anlagen Dollarfleck, der durch stundenlange Blattnässe extrem gefördert, auf dem gesamten Platz Schäden verursacht.

Nach den Regeln des Integrierten Pflanzenschutzes stehen vorbeugende Maßnahmen an erster Stelle – wie z.B. den Tau so früh wie möglich entfernen. Die Standortbedingungen der jeweiligen Golfanlage nehmen Einfluss auf die Erstellung eines Programmes, mit dem Ziel die Rasengräser zu stärken.

Wenn jedoch Witterungsbedingungen auf der einen Seite Gräser schwächen und auf der anderen Seite den Befall stark fördern, ist der Einsatz eines Pflanzenschutzmittels angebracht (Informationen auf der GVD Homepage). Bedingt durch die Novellierung des Pflanzenschutzgesetzes stehen zurzeit für den Einsatz auf „Flächen die für die Allgemeinheit bestimmt sind“ nach §17 nur zwei Mittel mit begrenzter Anwendungshäufigkeit und möglichen Resistenzproblemen zur Verfügung.

Die oben beschriebenen Auswirkungen erstrecken sich nicht nur auf Golfanlagen, wie Pressemitteilungen zeigen, sind auch Bundesliga Stadien betroffen.

Was bleibt für die Golfanlagen? Hauptaugenmerk auf die Grüns: Abtrocknen der Gräser fördern, eine gleichmäßige Nährstoffversorgung anstreben und bei geeigneten Witterungsbedingungen die mechanischen Pflegemaßnahmen wieder intensivieren. Für die Golfer, gerade auch im Hinblick auf die anstehenden Clubmeisterschaften: Wir müssen die Qualitätsanforderungen an die Grenzen, die die Natur uns derzeit setzt anpassen!

Quelle: Greenkeeper Verband Deutschland e.V. (www.greenkeeperverband.de)