Natur-Infopfad

Unsere Golfanlage ist reich an unterschiedlichen Natur-Lebensräumen: Dem Bauernhof von Josef Weiler mit den ehemaligen Tierställen und einem alten Obstgarten, dem Eichenwald von Eichenried, den Niedermoorflächen des Erdinger Mooses, den Laub- und Nadelwaldbeständen am Rande der Golfanlage, den Brachflächen, den Wiesen und offenen Fluren mit Buschgruppen, den Schilfteichen mit Uferbepflanzung und neuerdings auch zwei Magerwiesen.

Die Stationen des Info-Pfades sind mit runden Alu-Schildern gekennzeichnet und von 1 bis 13 beziffert. Der Pfad beginnt am Clubhaus (Aufgang zur Golfakademie), ist ca. 3 km lang und endet an der Terrasse des Clubhauses.


01

Tagesquartier unserer Wasserfledermäuse in der Fassadenverkleidung des Clubhauses

Kot auf dem Aluprofil verrät die Fledermäuse

Rauchschwalben im Cartraum – unter den Nestern angebrachte Kotbretter helfen die Verschmutzung des Raumes und der Geräte auf einem tolerierbaren Niveau zu halten.


Mehlschwalben am Wohngebäude und eine künstliche Nesthilfe zur Umsiedlung der Tiere an eine weniger störende Stelle des Gebäudes.

Haussperlinge brauchen Staubbäder für ihre Gefiederpflege. Da geeigneter offener Boden zunehmend rar wird, gehen auch die Haus-sperlingsbestände stark zurück. Bei uns gibt es solchen Boden im Hofbereich, und dadurch auch eine kleine Haussperlingskolonie.


02

Zwischen der A1 und dem Teich am Annäherungsplatz, wachsen zwei junge Walnussbäume. Diese wurden wahrscheinlich von Eichhörnchen „gepflanzt“, die dort Nüsse als Nahrungsdepot für den Winter vergraben haben – ein Beispiel für die Nützlichkeit dieser Tiere. Der nächstgelegene Walnussbaum ist 200 m entfernt und steht neben dem Wohnhaus von Familie Weiler.


03

Der Wurzelstock dieses ca. 100 Jahre alten Eschenbaumes ist nicht in die Höhe gewachsen, sondern wurde durch das Absacken des Moorbodens freigelegt. Mit der Trockenlegung des Erdinger Mooses vor ca. 100 Jahren, sackt die Oberfläche ca. 1 cm pro Jahr ab, weil der darin gebundene Kohlenstoff mit dem Luftsauerstoff reagiert und in Form von Kohlendioxid in die Luft entweicht. Dieser Teil der Golfanlage ist 27 Jahre alt und in dieser Zeit sind die Fairways auch 27 cm abgesackt. Um dies zu vermeiden, wäre ein großflächiger Bodenaustausch notwendig gewesen.

Die stattliche Moorfichte an der A3, ist sicher älter als 200 Jahre. Fichten sind Flachwurzler. Daher ab einer gewissen Dicke der Moorschicht haben ihre Wurzeln keine Verbindung zum mineralreicheren Untergrund. Sie wachsen dann langsam – ein Beispiel für die Anpassung von Pflanzen an die nährstoffarmen Lebensbedingungen eines Niedermoores.


04

Nahrungsdepot eines Eichelhähers

Diese Rabenvögel legen Nahrungsdepots für den Winter an. Sie verstecken Eicheln (Vogelname), Haselnüsse, etc. in Baumhöhlen, in Baumspalten oder in der Erde. Nicht selten keimen diese Vorräte. Damit helfen Eichelhäher dem Baum neuen Lebensraum zu erobern.


05

Natürliches Insektenhotel an der A8

Freistehende Bäume an sonnigen Plätzen und mit hohem Anteil an Totholz sieht man immer seltener. Schuld daran ist unser Ordnungssinn. Insekten wie z. B. Holzwespen legen in dem entrindeten Totholz Höhlen für ihre Brut an, deponieren darin ein befruchtetes Ei, legen eine erbeutete Raupe hinein als Nahrung für die Larve und deckeln die Röhren wieder zu. Die Entwicklung der neuen Generation zum Insekt dauert ca. 4 Wochen.



06

Überwinterungsquartier unserer Abendsegler am Abschlag der B9

Dieses Ersatzquartier für gefällte Höhlenbäume ist so alt wie der Golfplatz. Bis 40 Tiere überwintern darin. Sie halten keinen „tiefen“ Winterschlaf und so kann man sie an warmen Tagen im Winter fliegen sehen. Da das Quartier ebenfalls im Sommer genutzt wird, muss es regelmäßig gereinigt werden.



07

Sommerquartier der Abendsegler

Der Flachkasten aus Holzbeton ist ebenfalls so alt wie der Golfplatz und noch funktionsfähig. Er wird von den Fledermäusen von unten angeflogen, hat also keinen Boden und ist daher wartungsfrei. An ihren Soziallauten, meistens kurz vor dem abendlichen Ausflug, kann man feststellen ob der Kasten zurzeit belegt ist.

Abendsegler im Flachkasten


08

„Flötenbaum“ neben dem Abschlag an der A7 – einer der wenigen Höhlenbäume auf unserer Golfanlage. Diese Spechthöhlen dienen den Abendseglern als natürliches Tagesquartier.


09

Nistkasten für größere Vögel (z. B. Waldkauz)

So große natürliche Nisthöhlen haben wir nicht, weil diese nur vom Schwarzspecht gezimmert werden, den es bei uns nicht gibt.


10

Neu angelegte Magerwiese an der C4/B7

Dieses umgewandelte Rough befindet sich erst im zweiten Jahr nach der Einsaat. Trotzdem hat es sich schon zu einem neuen Lebensraum von Insekten entwickelt, die von Pflanzen leben, die nur auf Mager-Standorten wachsen. Eingefunden haben sich bereits Schmetterlinge, Grashüpfer, Grillen, Wildbienen, Libellen und andere Insekten, die einen „kargen“ Lebensraum benötigen.



11

Neuer Hornissenkasten aus Holzbeton am Weg zwischen der C3 und C4

An dieser Fichte hing früher ein Nistkasten aus Holz, den Hornissen für ihr Nest in 2010 nutzten. Ein Buntspecht hat das entdeckt und sich nach Spechten Art Zugang zu der Hornissenbrut verschafft. Danach war der Nistkasten für Vögel nicht mehr benutzbar. Hornissen sind die „Gesundheitspolizei“ der Natur, da sie ihre Brut nur mit Insekten füttern und uns so die Plagegeister vom Leib halten.


12

Die Biberburg im Teich neben dem Abschlag C1 hat der erste Biber auf unserer Golfanlage in 2007 gebaut. Seit dem werden immer wieder neue Biber gesichtet, aber sie bleiben nicht. Den Biber zu beobachten erfordert Geduld und kann nur bei Nacht erfolgen, weil er den Tag im Bau verbringt. Bei Störungen patrouilliert er mit sichtbar angehobener Kelle (sein Schwanz, der als Fettdepot dient) bis er mit einem lauten Schlag ins Wasser abtaucht. Wahrscheinlich will er damit seine Artgenossen warnen.





13

Teichmuscheln nahe dem Clubhaus

Es gibt nur wenige Stellen im Erdinger Moos, wo es die Teichmuscheln noch gibt. Die Teichmuscheln reagieren empfindlich auf Verschmutzungen und werden deshalb gerne als Bioindikatoren genommen.


Lageplan der einzelnen Stationen

Diese Wegbeschreibung liegt im Sekretariat für Sie bereit und kann für eine Begehung des Infopfades ausgeliehen werden. Der Pfad beginnt und endet am Clubhaus und ist ca. 3 km lang.