Kleine Regelkunde
Immer wiederkehrende Unsicherheiten auf dem Platz, die auch zu unnötigen Diskussionen führen, wollen wir an dieser Stelle gern beseitigen. Zur Klärung kniffliger Regelfragen tragen die Text-Beiträge unserer Mitglieder bei.
NEU: Regelkonforme Driver
Aus gegebenem Anlass hier ein » Link zur Liste regelkonformer Driver des R&A St. Andrews Regelwerkes.
Regelfragen
- Was passiert, wenn ein Spieler in einem Turnier vom falschen Abschlag spielt, d. h. von Weiß statt von Gelb für Herren bzw. von Blau statt von Rot für Damen
Regel 11-4: Spielen von außerhalb des Abschlags
Spielt ein Bewerber zu Beginn eines Loches einen Ball von außerhalb des Abschlags, so zieht er sich eine Strafe von 2 Schlägen zu und muss dann einen Ball von innerhalb des Abschlags spielen.
Spielt ein Bewerber einen Schlag vom nächsten Abschlag, ohne zuvor seinen Fehler behoben zu haben, oder, sofern es sich um das letzte Loch der Runde handelt, verlässt er das Grün, ohne zuvor die Absicht zur Behebung seines Fehlers anzukündigen, so verfällt er der Disqualifikation. - Wie kann die Grenze eines Wasserhindernisses
festgestellt werden, wenn sie nicht eindeutig - durch farbige
Linien - markiert ist?
Die Grenzen eines Wasserhindernisses sind die Verbindungslinien zwischen den einzelnen Pfosten.
Auszug aus dem Regelbuch:
"Wasserhindernis ist jedes Meer, jeder See, Teich, Fluss, Graben, Abzugsgraben oder sonstige offene Wasserlauf (Wasser enthalten oder nicht) und alles Ähnliche auf dem Platz. Grund und Wasser innerhalb der Grenzen eines Wasserhindernisses sind Teil desselben. Die Grenzen eines Wasserhindernisses erstrecken sich senkrecht nach oben und unten. Pfosten und Linien, die Grenzen eines Wasserhindernisses bezeichnen, sind innerhalb des Hindernisses. Solche Pfosten sind Hemmnisse. Ein Ball ist im Wasserhindernis, wenn er darin liegt oder es mit irgendeinem Teil berührt." -
Wo muss ein Ball gedroppt werden, wenn er auf der
Grün-Seite des Grüns von der B 9 aufkommt und zurück oder
seitlich ins Wasser rollt?
An Grün B 9 ist gelb gepflockt. Dies bedeutet frontales Wasserhindernis mit folgenden Optionen:
- Ball spielen wie er liegt (straflos)
- Von der Stelle, wo er zuletzt gespielt wurde (1
Strafschlag)
- Droppen auf der verlängerten Linie Fahne –
Kreuzungspunkt. Nicht näher zum Loch! (1
Strafschlag)
Zwei Decisions hierzu:
26-1/11: Wasserhindernis als seitliches Wasserhindernis behandelt
Frage: Im Zählspiel spielte ein Bewerber einen Schlag über ein Wasserhindernis, aber der Ball rollte mit Backspin in dasselbe zurück. In der irrigen Annahme, es handle sich um ein seitliches Wasserhindernis, ließ der Bewerber den Ball gemäß Regel 26-1c(I) innerhalb zweier Schlägerlängen von dem Punkt fallen, an dem er beim Zurückrollen zuletzt die Grenzen des Wasserhindernisses gekreuzt hatte. Der Bewerber spielte den Ball aufs Grün, und nun wurde seine Verfahrensweise in Frage gestellt. Wie ist hier die Entscheidung?
Antwort: Der Bewerber hat sich die Strafe von einem Schlag nach der Regel 26-1 zugezogen. Weiterhin liegt ein schwerwiegender Verstoß gegen diese Regel vor. Der Bewerber muss unter Hinzurechnung von zwei zusätzlichen Strafschlägen den Fehler entsprechend dem zweiten Absatz von Regel 20-7c beheben; andernfalls ist er zu disqualifizieren.
Decision 26-1/18: Unmöglich, Ball nicht näher zum Loch fallen zu lassen als der Punkt, an dem der Ball zuletzt die Grenze eines seitlichen Wasserhindernisses gekreuzt hat
Frage: Wenn ein Ball zuletzt die Grenzen eines seitlichen Wasserhindernisses seitlich neben dem Grün gekreuzt hat, ist es manchmal unmöglich, einen Ball innerhalb zweier Schlägerlängen von dem Punkt, an dem er zuletzt die Grenze des Wasserhindernisses gekreuzt hat, fallen zu lassen, ohne ihn näher zum Loch als dieser Punkt fallen zu lassen. Wie verfährt man in einem solchen Fall?
Antwort: Es ist fast immer irgendwie möglich, einen Ball auf der näher (zum Grün) gelegenen Seite eines seitlichen Wasserhindernisses gemäß Regel 26-1c(I) fallen zu lassen, indem man den Ball dicht an der Hindernisgrenze fallen lässt. Ist dies wirklich einmal unmöglich, so muss der Spieler nach einer der anderen Wahlmöglichkeiten von Regel 26-1 verfahren.
- Ball spielen wie er liegt (straflos)
- Wie sehen "eindeutige Anzeichen" auf der A 6 dafür aus, dass
ein Ball ins Wasser gefallen ist, wenn er in Richtung der hohen
Bäume gegangen ist?
Decision 26-1/11: Erläuterung von "berechtigte Anzeichen" in Regel 26-1
Der Terminus "berechtigte Anzeichen" in Regel 26-1 ist ein bewusst und notwendigerweise weit gefasster Begriff, damit eine vernünftige Beurteilung des jeweiligen Einzelfalls unter Berücksichtigung aller bedeutsamen Umstände möglich ist. Aus diesem Zusammenhang ergibt sich, dass ein Spieler seinen Ball nicht schon deswegen als im Wasserhindernis verloren betrachten darf, weil er mutmaßt, dass es sich so verhält. Es müssen überwiegende Anzeichen dafür sprechen, dass der Ball tatsächlich im Hindernis ist. Fehlt ein solches Anzeichen, so ist der Ball als außerhalb des Hindernisses verloren anzusehen und Regel 27-1 anzuwenden. Die tatsächlichen physikalischen Bedingungen des Geländebereichs sind in diesem Zusammenhang von großer Bedeutung. Ist das Hindernis z. B. von Fairway umgeben, auf dem der Ball schwerlich verloren sein kann, so spricht mehr für das Vorliegen von berechtigten Anzeichen, dass der Ball im Hindernis liegt, als wenn in dem fraglichen Bereich tiefes Rough vorhanden wäre. Aufspritzendes Wasser ist nicht notwendigerweise ein berechtigtes Anzeichen, da Bälle manchmal von der Wasseroberfläche aus dem Hindernis hinaus abspringen. Die Beurteilung hängt deshalb von den gesamten Umständen ab. - Ein Ball liegt im zeitweiligen Wasser innerhalb eines
Bunkers; der Spieler nimmt einen Freedrop innerhalb des Bunkers auf
eine wasserfreie Stelle in Anspruch. Wo immer er auch droppt: Er
muss mit einem Bein im zeitweiligen Wasser stehen - wie kann er
verfahren?
Decision 25-1b/8: Wahlmöglichkeiten des Spielers, wenn Bunker vollständig unter zeitweiligem Wasser steht
Frage: Welche Wahlmöglichkeiten hat ein Spieler, wenn sein Ball in einem Bunker liegt, der vollständig unter zeitweiligem Wasser steht?
Antwort: Der Spieler darf den Ball spielen wie er liegt oder:- den Ball straflos in dem Bunker am nächstgelegenen Punkt nicht näher zum Loch, an dem die Tiefe des zeitweiligen Wassers am geringsten ist, fallen lassen – Regel 25-1b(II)a; oder
- ihn mit einem Strafschlag hinter dem Bunker fallen lassen – Regel 25-1b(II)b; oder
- ihn für unspielbar erklären und nach Regel 28 verfahren.
Frage: Ist in einem Bunker, der völlig unter zeitweiligem Wasser steht, der Punkt, der "größte mögliche Erleichterung" bietet, derjenige Punkt, der die meiste Erleichterung sowohl für den Stand als auch für die Lage des Balles oder allein für die Lage des Balles bietet?
Antwort: Dieser Begriff gilt für beides und trifft auf die Lage des Balls und den Stand des Spielers zu. Der Punkt, der die "größte mögliche Erleichterung" bietet, könnte derart sein, dass der Ball in seichterem Wasser ist als es die Füße des Spielers sind, nach dem dieser seine Standposition bezogen hat, oder umgekehrt.
Die Fragen stellte Wolf Reinhardt, Mitglied der Senioren-Mannschaft; die Antworten recherchierte Thomas Mai, Assistent der Geschäftsführung
Etikette
- Bitte entfernen Sie auf dem Grün stets Ihre Pitchmarke. Gehen
Sie mit einem prüfenden "Scan-Blick" über das Grün und glätten Sie,
wenn möglich ohne zu fluchen, auch fremde Balleinschläge.
- Bitte spielen Sie nicht mit Driving Range-Bällen auf der Runde.
Übrigens fliegen diese auch nicht so weit wie normale...
- Bitte legen Sie Ihre auf dem Fairway herausgeschlagenen Divots zurück. Sie möchten doch besteimmt Ihren Ball auch lieber von sattem Grün als aus einem erdigen Loch heraus spielen.




