22. BMW International Open im Golfclub München Eichenried 24.-27. Juni 2010: Erstmals dabei und gleich siegreich – David Horsey


Mit ihm hatte niemand gerechnet: Der 25-jährige Engländer David Horsey, erstmals überhaupt im Golfclub München Eichenried am Start, schob sich am Finaltag konstant nach vorn, um mit -18 bei den 22. BMW International zu siegen – mit Runden von 69/67/67/67 = 270 Schlägen. Dabei profitierte er vom Drama des drei Runden lang souverän führenden Bradley Dredge, Wales, der am Ende geteilter Dritter wurde, zusammen mit Kenneth Ferrie (England), Pablo Larrazábal, Rafael Cabrera-Bello (beide Spanien) und Alex Cejka, der sich riesig über diesen Erfolg nach seinem zweiten Platz 2003 in Eichenried freute. Alleiniger Zweiter wurde mit -17 der Engländer Ross Fisher, der mit Bradley Dredge in einem Flight spielte.

Dramen an der Bahn 16

Bis zur Bahn 9 hatte Dredge seinen Vorsprung von drei Schlägen auf sein Verfolger-Duo auf -20 ausgebaut, aber dann zeigte er Nerven: ein Bogey an der 10, ein Drei-Putt auf der 12 (Par 3), ein Bogey an der 14. Schon sah es so aus, als wenn der zwischendurch stark aufspielende Spanier Pablo Larrazábal ihn abfangen würde. Aber dann scheiterten beide Spieler an Loch 16, diesem schönen aber trügerischen Par 4 mit dem See und dem Wald direkt hinter dem Grün. Larrazábal ließ seinen zweiten Schlag zur Fahne zu kurz, so dass er fast bis ins Wasser zurückrollte. Er versuchte einen Pitch von den Steinen der Uferbegrenzung – der Ball landete im Wald. Von dort ein zu kurzer Pitch, der fünfte erst auf dem Grün, ein Putt – Doppelbogey! Vor Wut warf er seinen Ball ins Wasser. (Darauf folgte ein Bogey an der 17.) Ähnlich bei Dredge: perfekter Abschlag hinter den Fairway-Bunker, seine beiden Flightpartner Simon Thornton und Ross Fisher hatten ihren zweiten Schlag bereits nahe an die Fahne gesetzt, aber Bradley Dredge leistete sich Zweifel an seinem Schwung – der Ball landete zum Entsetzen des Publikums auf halbem Weg (!) rechts am Seerand; dritter Schlag links in die Zuschauer hinter der Grün, der vierte, ein zu flacher Chip, rollte an der Fahne vorbei fast wieder in den See; vom Ufer Chip aufs Grün, ein Putt = Doppelbogey! Die Zuschauer litten mit ihm mit. Zum Schluss gelang ihm auf der 18 immerhin noch ein versöhnliches Birdie.

Favoriten früh ausgeschieden

Das größte Desaster hatte allerdings zwei Tage zuvor Top-Spieler Sergio Garcia erlebt, der mit + 9 nach Hause fuhr. Am Cut von -3 scheiterte auch Ernie Els (knapp mit -2), ebenso Sir Nick Faldo. Andere Altmeister wie Miguel Angel Jiménez und Colin Montgomerie, der mit den Eichenrieder BIRDIES-Kids am Stand von Emirates eine kurzweilige Golfclinic abgehalten hat, und Bernhard Langer behaupteten sich solide, hatten aber mit dem Sieg nie etwas zu tun: Langer und Marcel Siem mit -5 auf dem 61. Platz, Jiménez mit -7 auf dem 49., Montgomerie mit – 9 wurde 36.. Auch Martin Kaymer, dem stets Scharen von Unterstützern folgten, brachte nur ein Ergebnis von -11 ins Clubhaus (Platz 21). Und Markus Brier, Österreichs Top-Spieler, brach leider am 4. Tag ein und fiel aus den Top-Ten wieder heraus (-10, 30. Platz).

Ein gutes Turnier spielte übrigens der Jüngste im Feld: Der erst 17-jährige, sympathische italienische Jungstar Matteo Manassero (Heimatclub Garda Golf) spielte insgesamt -6 und wurde 55., zusammen mit Niclas Fasth, Sieger von 2007. Titelverteidiger Nick Dougherty verabschiedete sich mit + 1 nach zwei Tagen.

Französisches Hole-in-one!

Für einen Höhepunkt des Tages hatte Jean-François Lucquin gesorgt, als ihm an der Bahn 17 ein Hole-in-One gelang. Der Franzose lochte aus 168 Metern mit einem Eisen sechs direkt ein und gewann dafür einen BMW 535i im Wert von rund 80.000 Euro. Nach seinem Landsmann Raphael Jacquelin 2001 ist er erst der zweite Spieler, dem dieses Kunststück an Eichenrieds „Dornröschenloch“ gelang.

Insgesamt 51.500 Fans kamen an den vier Turniertagen bei herrlichstem Sonnenwetter nach Eichenried. Nach den tagelangen Regenfällen dieses Sommers und einem nächtlichen Gewitter am Freitag wurde drei Tage lang mit Besserlegen gespielt, am Finaltag herrschten dann wieder normale Bedingungen.

Für den 25-Jährigen Gewinner David Horsey aus Stockport war es der erste Triumph überhaupt auf der European Tour. „Das ist unglaublich, sagte er, nachdem er den Siegerscheck über 333.330 Euro entgegen genommen hatte. „In meinen wildesten Träumen hätte ich nicht gedacht, dieses Turnier zu gewinnen.“ Horsey überwand damit auch seine Erfahrung von der BMW Italian Open, wo er Anfang Mai seine Siegchance durch einen Bogey am letzten Loch vergeben hatte. Heute behielt er die Nerven und spielte zum Abschluss einen Birdie.

„Wir haben spektakuläre Schläge und großen Golfsport gesehen“, bilanzierte Turnierpräsident Karsten Engel, Leiter Vertrieb der BMW Deutschland Group. „Das Finale war natürlich sehr dramatisch. Wir gratulieren dem Sieger David Horsey von ganzem Herzen. Bradley Dredge wird bestimmt noch einmal seine Chance hier bekommen. Wir jedenfalls freuen uns schon auf die nächste Auflage und danken ganz besonders den zahlreichen Zuschauern, die trotz der Fußball-Weltmeisterschaft den Weg zu uns nach Eichenried gefunden haben.“

Fotos



    Der überraschte und überraschende Sieger: David Horsey, mit Pokal und Ian Robertson, Vorstand Vertrieb und Marketing der BMW Group



    Der solide Zweite: Ross Fisher



    Der tragische Dritte: Bradley Dredge



    Der glückliche Hole-in-one-Spieler: Jean-Francois Lucquin (rechts), mit Ian Robertson, Vorstand Vertrieb und Marketing der BMW Group (links), der ihm den Schlüssel für den gewonnenen BMW 535 i übergab



    Der Publikumsliebling: Martin Kaymer, zum Schluss im deutschen Fußball-Trikot

Mehr Infos: » www.bmw-golfsport.com

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